{"id":237,"date":"2012-02-29T11:12:48","date_gmt":"2012-02-29T10:12:48","guid":{"rendered":"http:\/\/manufaktuhr.info\/?p=237"},"modified":"2012-02-29T11:18:47","modified_gmt":"2012-02-29T10:18:47","slug":"modularitat-mal-ganz-anders-%e2%80%93-das-b-junge-sohne-manufakturwerk-bj-010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/manufaktuhr.info\/?p=237","title":{"rendered":"Modularit\u00e4t mal ganz anders \u2013 das B. Junge &#038; S\u00f6hne Manufakturwerk BJ 010"},"content":{"rendered":"<p>Bisher wurde bei modular aufgebauten Uhrwerken meist vom gleichen Grundprinzip ausgegangen. Man nehme ein standard Dreizeigerwerk als Antrieb und setze auf der Zifferblattseite ein Modul f\u00fcr weitere Funktionen (z.B. ein Chronograph, eine zweite Zeitzone, \u2026) drauf. Dieses Modul beinhaltet dann alle Teile, die f\u00fcr die Zusatzfunktion notwendig sind. Man spricht dann bei einem so aufgebauten Chronographen von einem Modul Chronographen im Gegensatz zu einem integrierten Chronographen bei dem alle Teile f\u00fcr die Chronosteuerung direkt ins Basiswerk integriert sind. Die daf\u00fcr verwendeten Werke stammen meist aus den ETA Fabriken und sind Entwicklungen aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.<br \/>\nDa das Funktionsmodul bisher immer auf das Basisuhrwerk aufgesetzt wurde ergaben sich gewisse Nachteile. Zum einen wird das Werk recht hoch, meist sitzt dann das Datum, das ja in aller Regel vom Grundwerk bereitgestellt wird, tief wie in einem Loch im Zifferblatt. Bei einem Chronographen Modul sitzen z.B. die Dr\u00fccker f\u00fcr den Chrono auf einer anderen Ebene als die Krone. Die Durchmesser der Werke aus den 70ern sind f\u00fcr heutige Uhren zudem recht klein, und so sitzen die Funktionen, wie z.B. das Datum, gedr\u00e4ngt Richtung Zifferblattmitte.<br \/>\nEinen ganz anderen Weg beschreitet jetzt B. Junge &amp; S\u00f6hne mit einem neu entwickelten Werk, das in Glash\u00fctte gefertigt werden wird. Man spricht hier in Anlehnung an das modulare Geh\u00e4usekonzept von einem modularen Konstruktionsprinzip. Allerdings handelt es sich hier um ein integriertes Chronouhrwerk, das je nach Best\u00fcckungsgrad in verschiedenen Auspr\u00e4gungen, vom einfachen Dreizeigerwerk bis zum Chronographen mit zus\u00e4tzlichen Komplikationen, eingesetzt werden kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/manufaktuhr.info\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/BJS_BJ_010_2012-e1330494466614.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"232\" data-permalink=\"https:\/\/manufaktuhr.info\/?attachment_id=232\" data-orig-file=\"https:\/\/manufaktuhr.info\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/BJS_BJ_010_2012-e1330494466614.jpg\" data-orig-size=\"800,514\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}\" data-image-title=\"BJS_BJ_010_2012\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/manufaktuhr.info\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/BJS_BJ_010_2012-300x193.jpg\" data-large-file=\"https:\/\/manufaktuhr.info\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/BJS_BJ_010_2012-e1330494466614.jpg\" class=\"aligncenter size-full wp-image-232\" title=\"BJS_BJ_010_2012\" src=\"https:\/\/manufaktuhr.info\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/BJS_BJ_010_2012-e1330494466614.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"514\" \/><\/a><br \/>\nDas Pflichtenheft, das Heinz W. Pfeifer f\u00fcr sein neues Werk aufgestellt hat, beinhaltet einige grundlegende Vorgaben. Zum Ersten sollen bei der funktionalen und robusten Konstruktion so viele Teile wie m\u00f6glich eingespart werden. Somit k\u00f6nnen die Herstellkosten f\u00fcr das Werk und damit der Preis f\u00fcr die Uhr, in der es ticken wird, in Grenzen gehalten werden. Auch die Verwendung von m\u00f6glichst vielen Gleichteilen f\u00fcr verschiedene Varianten des Werkes dient diesem Ziel. Neben einem Dreizeigerwerk mit Datum sollen sinnvolle Komplikationen wie ein Chronograph oder eine zweite Zeitzone angeboten werden. Beim Design des Werkes lie\u00df man sich dabei von der Automobilindustrie inspirieren. Auch hier entwickelt man heute Plattformen, um auf derselben Basis eine Limousine, einen Kombi, ein Cabrio oder ein anderes Modell in einer anderen Konzernmarke anbieten zu k\u00f6nnen. Und so wurde das neue B. Junge &amp; S\u00f6hne Werk nicht als klassisches Modulwerk, sondern als Plattformwerk entwickelt. Alle Funktionen sind schon auf der Grundplatine vorhanden und je nach Best\u00fcckung wird dann entweder eine Dreizeigeruhr (mit Zentralsekunde oder kleiner Sekunde)\u00a0 oder ein Chronograph daraus. Auch f\u00fcr weitere Zusatzanzeigen (wie z.B. eine zweite Zeitzone) sind schon die Bohrungen und Lagerpunkte auf der Grundplatine vorgesehen. Mit diesem Ansatz vermeidet man die Nachteile bisheriger Modulwerke und schafft ein zeitgem\u00e4\u00dfes Werk f\u00fcr moderne Uhren. Eine weitere wichtige Vorgabe war, dass alle Teile des Werkes entweder selber gefertigt oder von kleinen mittelst\u00e4ndischen Zulieferern bezogen werden k\u00f6nnen. Selbstverst\u00e4ndlich soll das Werk entweder mit einem Handaufzug oder mit einem automatischen Aufzug ausgestattet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDie ersten Prototypen des BJ 010 Manufakturkalibers werden im Mai 2012 der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt. Es ist ein Chronograph mit einem beidseitig aufziehenden automatischen Aufzug der alle Anforderungen aus dem Pflichtenheft erf\u00fcllt. Seine technischen Daten k\u00f6nnen sich sehen lassen. Das 14 \u00be Linien (33,5 mm) gro\u00dfe Werk ist 8 mm hoch. Es bietet Platz f\u00fcr ein gro\u00dfes Federhaus, das f\u00fcr eine Gangautonomie von ca. 48 Stunden sorgt, und die gro\u00dfe Unruh arbeitet mit einer Frequenz von 4 Hz (28.800 Halbschwingungen pro Stunde). Das Echappement wird selbst gefertigt und die Spirale kommt aus dem Schwarzwald.<br \/>\nAuch bei der Steuerung des Chronographen geht man eigene Wege. Die \u201eNockenradsteuerung\u201c vereint die Vorteile einer Kulissenschaltung (einfach herzustellende flache Teile) mit denen eines Schaltrades (zuverl\u00e4ssige F\u00fchrung).<br \/>\nAuf der Zifferblattseite befindet sich bei der \u201e12\u201c ein 60-Minuten-Z\u00e4hler und bei der \u201e6\u201c eine kleine Sekunde. Das Datum steht bei der \u201e3\u201c und bietet aufgrund des Werksdurchmessers eine angenehme Gr\u00f6\u00dfe (2,6 x 3 mm). Dieses Layout mit der Betonung senkrechten Linie (\u201e12\u201c \u2013 \u201e6\u201c) wird k\u00fcnftig das Gesicht der B. Junge &amp; S\u00f6hne Uhren pr\u00e4gen.<br \/>\nDie jetzt vorgestellten Werke sind noch nicht mit der endg\u00fcltigen Feinregulierung ausgestattet. Auch hier m\u00f6chte man bei B. Junge &amp; S\u00f6hne eine eigene Konstruktion einsetzen. Da diese aber eventuell patentiert werden soll, kann sie nicht vor der Einreichung des Patentes gezeigt werden. Die Form der Br\u00fccken und Globen sowie das Finish der Oberfl\u00e4chen entsprechen auch noch nicht der endg\u00fcltigen Ausf\u00fchrung.\u00a0 Wichtig ist im Moment ein technisch funktionierendes Werk zu zeigen.<br \/>\nNach diesen ersten von Hand gefertigten Prototypen soll im Sp\u00e4therbst 2012 in Glash\u00fctte die Produktion einer Nullserie aus den Fertigungswerkzeugen anlaufen. Wenn alles wie geplant, l\u00e4uft wird im Fr\u00fchjahr 2013 die Serienproduktion des Werkes anlaufen. Es soll als erstes in der neuen \u201eMastermind\u201c Linie von B. Junge &amp; S\u00f6hne verwendet werden. Diese zuk\u00fcnftige Toplinie der BJS Kollektion wird ausschlie\u00dflich mit eigenen Manufakturwerken ausgestattet sein.<br \/>\nF\u00fcr die Produktion der Werke plant BJS Gr\u00fcnder Heinz W. Pfeifer eine eigene Firma in Glash\u00fctte zu gr\u00fcnden. Und da dem Werk sehr einfach durch Ver\u00e4nderung weniger Teile ein anderes optisches Erscheinungsbild gegeben werden kann, k\u00f6nnte es dann auch in Varianten in Uhren anderer Glash\u00fctter Firmen auftauchen. Vielleicht erleben wir damit sogar den Beginn einer neuen <strong>G<\/strong>lash\u00fctter <strong>U<\/strong>hren <strong>Ro<\/strong>hwerke <strong>Fa<\/strong>brik ?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher wurde bei modular aufgebauten Uhrwerken meist vom gleichen Grundprinzip ausgegangen. Man nehme ein standard Dreizeigerwerk als Antrieb und setze auf der Zifferblattseite ein Modul f\u00fcr weitere Funktionen (z.B. ein Chronograph, eine zweite Zeitzone, \u2026) drauf. Dieses Modul beinhaltet dann alle Teile, die f\u00fcr die Zusatzfunktion notwendig sind. Man spricht dann bei einem so aufgebauten &hellip; <a href=\"https:\/\/manufaktuhr.info\/?p=237\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eModularit\u00e4t mal ganz anders \u2013 das B. 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